Kreta Reise-Impressionen

Fauna - die Tierwelt auf Kreta

Die Fauna Kretas ist nicht so artenreich wie die Pflanzenwelt, denn bis auf verschiedene Vogelarten, vereinzelte Kleinreptilien und eine größere Anzahl Insektenarten, haben bei den Säugetieren die domestizierten Nutztiere die meisten Arten der Wildtiere verdrängt, weshalb viele unter Naturschutz stehen.

  • tiere auf kreta

    Säugetiere

    In prähistorischen Zeiten gab es auf Kreta wesentlich mehr Spezies der Großsäuger als heute auf der Insel zu finden sind. Bei Ausgrabungen fand man Knochen von Zwergelefanten, Flusspferden, Bären, Großkatzen einer Hundeart und verschiedenen Rehen, die man sonst nirgends gefunden hat. Naturwissenschaftler haben herausgefunden, dass es heute nur noch 35 Säugetierarten auf Kreta gibt. Ein Teil der Tiere, die heute auf Kreta leben sind  Nutztiere der heimischen Landwirtschaft wie Schafe, Ziegen, Rinder, Geflügel und Esel, davon allein fast 400000 Ziegen und Schafe.

  • Immerhin dient fast die Hälfte der Fläche von Kreta als Weideland. Rinder werden dagegen eher selten gehalten, da die Futterversorgung recht aufwendig ist. Außerdem gibt es viele halbverwilderte Hunde und Katzen.

  • Wild leben hier Kaninchen, Hermeline, Marder und Fledermäuse, von denen es allein 12 Arten gibt. Die Phrygana war einst Heimat des prächtig gehörnten Kretischen Steinbocks (capra aegarus), von den Kretern auch "Kri-Kri" genannt, der zur Gattung der gehört und heute nur noch selten in abgelegenen, höheren Bergregionen vorkommt. Zum Schutz dieser gefährdeten Art leben diese kretischen Wildziegen in den speziellen Naturreservaten auf den vorgelagerten Inseln Dia, Agii Theodori und Agii Pantes. Das bedeutendste Refugium der Wildziegen ist heute der Nationalpark Samaria. Domestizierte Ziegen und Schafe weiden heutzutage in grosser Zahl von den Küstenebenen bis hinauf in die höheren Bergzonen.

  • Auch die geschützte Kretische Wildkatze (Felix silvestris) ist bis auf sehr wenige Exemplare fast ausgestorben. Heute besiedeln die Phrygana nur noch eine geringe Anzahl von natürlichen Kleinsäugern, wie Feldhase, Wildkaninchen, Dachs und die einzigartige Kretische Stachelmaus.

     

  • Vögel

    Die Vogelwelt Kretas wird jeden Naturliebhaber in ihren Bann ziehen. Es brüten ungefähr 80 Arten von Vögeln hier und die Insel dient zahlreichen Zugvögeln als unverzichtbarer Zwischenstopp, wenn sie im Herbst auf dem Weg von Europa nach Afrika sind und im Frühjahr wieder zurückkehren. Aus Afrika kommt in den Sommermonaten der Eleonorenfalke und nistet in den felsigen Gebieten der Meereszone, in denen auch Seeschwalben, Austernfischer und die heimischen Möwen brüten. Der Krauskopfpelikan aus den Feuchtgebieten und Seen Nordgriechenlands fliegt im Winter ins Nildelta, überwintert aber manchmal aufgrund starken Gegenwindes auf Kreta. Aber auch weitere einheimische Vogelarten leben auf der Insel. So kann man in der flacheren Phrygana neben Spatzen, Finken, Elstern und Krähen unter anderem Samtkopfgrasmücken, Distelfink, Ortolan und das Chukar-Steinhuhn beobachten, in den höheren Lagen kommen noch Rebhühner, Amseln und einige Greifvögel wie Eulen, Falken und Habichte hinzu. In Mauerhöhlen, auf Telefonmasten oder hohen Baumstümpfen nisten die Zwergohreule und an alten Gemäuern auch Schwalben. In den Olivenhainen kann man Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Kohlmeise und Haussperling umherfliegen sehen und in den Obstgärten sind Feldlerche, Brachpieper, Mittelmeer-Steinschmätzer, Gartenbaumläufer und die Weissbartgrasmücke zu finden. In ihrem Bestand bedroht sind unter anderem Nachtigall, Singdrossel und Wachtel. Ein Paradies für Greifvögel ist die obere Bergzone. Dort kreisen Bartgeier und der unter Naturschutz stehende Steinadler durch die Lüfte. Er kann Spannweiten bis zu 180 cm erreichen und baut seine Nester auf schwer zugänglichen Felsvorsprüngen in den Schluchten der großen Gebirgszüge.

     

  • Reptilien und Amphibien

    Auf Wanderungen sieht man öfters Eidechsen und kleine Geckos zwischen den Steinen dahinhuschen, sie leben mit zahlreichen, kleineren Reptilienarten in der üppig bewachsenen Phrygana, die zusammen mit dem warmen Klima ideale Voraussetzungen bietet. Auch die Riesen-Smaragdeidechse mit ihren drei Linien auf dem Rücken, das durch Farbanpassung perfekt getarnte Chamäleon und einige, für den Menschen ungefährliche Schlangen leben dort, wie beispielsweise die Leopardnatter, die Würfelnatter, die Balkan-Zornnatter und die Europäische Katzennatter, die alle sehr scheu und deshalb nur sehr selten anzutreffen sind. Skorpione sind nachtaktiv und halten sich meist unter Steinen verborgen. In den feuchteren Gebieten der bewässerten Felder sind auch Laubfrosch und Wechselkröte beheimatet. Unter Naturschutz stehen die sehr rar gewordenen Schildkröten, sowohl die seltenen Landarten wie auch die Meeresschildkröten "Caretta caretta", für die auf ganz Kreta Schutzmaßnahmen durch die "Archelon-Organisation" in Rethymno und Chania durchgeführt werden, da die langen Sandstrände der Insel die letzten Brutgebiete im gesamten Mittelmeerraum sind. Diese Tiere legen in der Regel an die 100 Eier pro Tier ab, allerdings überlebt nur eine sehr geringe Zahl.

  • Fische

    Im Mittelmeer rund um Kreta werden diverse wohlschmeckende Fischarten in verschiedenen Tiefen gefangen, auch wenn das Mittelmeer insgesamt überfischt ist. Zu den häufigsten Arten gehören Meeräsche, Makrele, Sardelle, Sardine, Blöker, Bonito, Rote Meerbarbe, Großer Drachenkopf, Kabeljau, Thunfisch, aber auch Hechtdorsch und Schwertfisch, sowie verschieden Arten von Brassen und Triglidenfischen. Selten geworden ist der in bis zu 200 m Tiefe lebende Zackenbarsch. Ebenso sind in den Gewässern zwischen Felsen und Klippen Tintenfische und Kraken beheimatet. Gelegentlich lassen sich entlang der Südküste noch Delfine beobachten. Die in der Vergangenheit reichlich vorhandene Mönchsrobbe scheint fast vollständig verschwunden zu sein. Fossiliensammler finden übrigens hier viele versteinerte Muscheln, Schnecken, Seeigel, Fische und andere Meeresbewohner, die mit etwas Glück aus einer Zeit von vor über 20 Millionen Jahren stammen.

  • Insekten

    Insekten sind ständige Begleiter auf Wanderungen, ob es die fast überall zu hörenden Grillen und Zikaden sind, die an den Bäumen in der Sonne sitzen und zirpen, oder die zahlreichen Käfer- und Schmetterlingsarten, die in der Phrygana und den Olivenhainen leben. So auch Europas größte Schmetterlingsart, der blassgelbe Segelfalter mit seinen dunklen Zebrastreifen, sowie roten und blauen Augenflecken und der unter Artenschutz stehende wunderschöne, große, dunkelbraune Kretische Bläuling. Auf Kreta sind immerhin 45 Schmetterlingsarten bekannt. Bei den Wildblumen und den blühenden Kräutern schwirren Hummeln und vor allem Bienen umher, die aus den vielen Bienenstöcken auf Kreta stammen und den sehr schmackhaften und überaus gesunden kretischen Honig produzieren.

Hinweise und Tipps

Sollte man einmal von einem der Skorpione gestochen werden, dann helfen heißes Wasser oder ein heißer Stein, da sich das Gift bei Hitze zersetzt.