Kreta Reise-Impressionen

Flora - die Pflanzenwelt auf Kreta

Kreta verfügt über eine artenreiche Flora mit ca 2000 verschiedenen Pflanzen. Die Jahreszeit hat einen großen Einfluss auf das Landschaftsbild Kretas. Während das Land im Frühjahr durch die regenreichen Winter sehr grün ist, wirkt es im Herbst nach dem regenlosen, heißen Sommer sehr karg und vertrocknet. Der Frühling ist die beste Jahreszeit, um die Blumenpracht Kretas zu bewundern. Leuchtend roter Mohn auf den weiten Wiesen und Feldern, die Luft duftet nach verschiedensten Blüten - eine Zeit für Romantiker. Im Sommer beherrscht das trockene Gebüsch die Landschaft. Daneben blühen aber auch Korbweide und Oleander, Hibiskus und Boukavillia blühen. Der Winter ist die Zeit der Anemonen. Die Lage Kretas auf halben Weg zwischen Europa (Griechenland) und Afrika hat eine einzigartige Flora hervorgebracht. 130 Arten wilder Blumen und Kräuter gibt es ausschließlich auf Kreta.

  • iraklion

    Olivenbäume

    Kenner behaupten, dass das weltweit beste Olivenöl aus Kreta kommt. In der Tat hat Kreta durch den fruchtbaren Boden, das warme Mittelmeerklima und der langen und sonnenreichen Tage ideale Bedingungen für das Wachstum des Olivenbaums. Olivenbäume werden auf Kreta seit minoischer Zeit kultiviert. Bei den heute vorhandenen Plantagen handelt es sich allerdings meist um Neuanpflanzungen. Der Olivenbaum gedeiht sowohl im Flachland wie auch in den Bergen bis 600 m Höhe. Die erste Ernte nach der Anpflanzung kann zwar erst nach über zwölf Jahren eingebracht werden, aber dann tragen die Bäume im Prinzip mehrere Jahrhunderte lang. Die Früchte werden alle 2 Jahre im Spätherbst geerntet.

    Ölbäume und deren Zweige tauchen auch oft auf antiken Vasenbildern auf. Zeus und Athena, denen der Baum heilig war, werden häufig gemeinsam mit Oliven und Ölbäumen dargestellt. Athena soll es auch gewesen sein, die den Athenern im Wettstreit um die Gunst der Stadt mit ihrem Bruder Poseidon den Ölbaum geschenkt hat. Nicht nur das Öl, auch der Baum selbst diente praktischen und wirtschaftlichen Zwecken. So wurden die Zweige zu Kränzen verflochten und siegreichen Wettkämpfern aufgesetzt, oder sie wurden genutzt, um Dämonen abzuschrecken.

  • Johannisbrotbaum

    Auf Kreta gibt es zahlreiche Johannisbrotbäume. Sie werden wegen ihrer 10–26 cm langen Schoten geschätzt. Im Herbst können diese bohnenartigen dunkelbraunen Hülsenfrüchte geerntet, verzehrt oder weiterverarbeitet werden. Die Früchte werden in der Lebensmittelindustrie, aber auch als Viehfutter und in der Medizin verwendet. Diese Schoten verbreiten einen süßlichen Duft und sie enthalten auch sehr viel Zucker. Die Johannisbrotbäume werden auch gelegentlich in Plantagenwirtschaft kultiviert, aber die meisten stehen in freier Natur. Der Baum wird bis zu 10 m groß.

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    Wald und Bäume

    Einst war Kreta eine wirklich dicht bewaldete Insel. Heute findet man dichten Baumbestand nur noch selten und im Westen Kretas sieht man nur noch lichte Zedern- und Zypressenhaine und kleine Wälder aus Kalabrischen Fichten und Aleppo-Kiefern. Es soll auf Kreta ungefähr 35 Millionen Olivenbäume geben, die die anderen Obstbäume, wie Apfel, Birne, Kirsche, Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Feige, Walnuss- und Mandelbäume dominieren. Nur im Westteil der Insel befinden sich auch grössere Zitronen- und Orangenplantagen in Küstennähe. Der Osten Kretas ist trockener und wenn man ins Landesinnere kommt trifft man nur auf geringen Baumbestand. Einzigartig sind die Palmenwälder bei Vai und Preveli. Dort wächst die kretische Dattelpalme (Phoenix Theophrasti). Auch wenn es viele Geschichten um diese Palmen gibt, aber diese Palmenart soll es tatsächlich schon seit der letzten Eiszeit auf Kreta geben.  Die Besonderheit der Dattelpalme ist, dass sie Salzwasser verträgt, und deshalb direkt am Strand wachsen kann.

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    Wildblumen

    Besonders in den Frühlingsmonaten überziehen wahre Blütenteppiche von Wildblumen wie Mohnblumen, Anemonen, Tulpen, Krokus, Wildveilchen, Magariten, Hyazinthen und Orchideen die Insel. Einige der seltenen Orchideen kann man in der Samariá-Schlucht finden. Mit über 80 Arten sind wilde Orchideen und Knabenkraut auf der Insel ohnehin weit verbreitet. Man findet seltene Arten wie Bienen-Ragwurz, Kretischer Ragwurz, Irisfarbener Ragwurz, Brauner Wespen-Ragwurz, Weißlicher Ragwurz, Hummel-Ragwurz und Spiegel-Ragwurz, Samaria-Riesenzunge, die Herbst-Wendelähre, der Violette Dingel, das Riesen-Knabenkraut, Listera, Orientalische Serapia und Puppenorchis. An einigen Stränden gedeihen viele unter Naturschutz stehende weiße Strandlilien, auf vielen Wiesen blühen im Frühling unter anderem Ringelblumen, Kronen-Anemonen, Tazetta-Narzissen, Chrysanthemen, roter Klatschmohn, gelber Hornmohn, wilde Tulpen und Heidekraut. In den höheren Zonen der Berge findet man das kretische Alpenveilchen und auch verschiedene kretische Orchideenarten. Oberhalb der 800-Meter-Grenze sind auf den Hochebenen und in den Höhenlagen der Schluchten auch die seltenen Wildveilchen beheimatet.

Hinweise und Tipps

Die Frühlingszeit ist die schönste Zeit zum Genuss der prächtigen Blumen- und Pflanzenvielfalt auf Kreta. Die Zeit im April kann zwar durchaus noch einige Regenschauer bringen, aber man kann die angenehmen Temperaturen mit der Blütenpracht verbinden und es fehlen auch noch die Touristenmassen, die dann meist erst ab Mitte Mai auf die Insel kommen.