Kreta Reise-Impressionen

Geographie und Bevölkerung

Kreta liegt im östlichen Mittelmeerbecken und ist die fünft größte Insel im Mittelmeer. Außerdem ist Kreta die größte Insel Griechenlands. Vom europäischen Festland liegt Kreta etwa 100 km entfernt. Um Kreta herum liegen 30 kleinere Inseln, von denen allerdings nur die Insel Gavdós bewohnt ist. Mit den benachbarten kleinen Inseln beträgt die gesamte Bodenfläche ca. 8.335 km². Nach der letzten Volkszählung von 1981 war die Einwohnerzahl 502.165. Kreta liegt zwischen drei Kontinenten: die Entfernung nach Europa beträgt ca.100 km, nach Asien ca. 180 km und nach Afrika sind es ca. 270 km.

Die vier Hochgebirgsmassive, die sich von West nach Ost aneinanderreihen und das Herz der Insel bilden sind teilweise im Winter von Schnee bedeckt. Der höchste Berg von Kreta, der doppelspitzige Psiloritis, ist 2456 m hoch. Die Insel Kreta liegt genau zwischen der afrikanischen und der europäischen Erdplatte. Diese Platten verschieben sich kontinuierlich gegeneinander, was zu einer hohen Erdbebengefahr führt. Das letzte große Erdbeben war 2004 mit einer Stärke von 5,3.

  • Gebirge

    Drei Bergketten bilden das Rückgrat der Insel. Im Westen Kretas, im Nomos Chania, erheben sich die Lefka Ori (Weißen Berge) mit mehr als 40 Gipfeln von über 2.000 Metern Höhe. Der höchste Berg ist der Pahnes mit 2.452 Metern über dem Meeresspiegel. In der Mitte der Insel ist das Idi-oder Psiloritis-Gebirge, mit dem Berg Idi, 2.456 Meter über dem Meer, als höchstem Gipfel. Im Osten schließlich verläuft die Dikte-Kette, mit etlichen Gipfeln mit über 2.000 Metern.

  • Hochebenen und Ebenen

    Zwischen den Bergketten Kretas liegen mehrere Hochebenen. Die Oropedio Lassithiou (Lassithi-Hochebene) mit ihren charakteristischen Windmühlen ist von den Gipfeln der Dikte-Kette umgeben und liegt in 850 Metern Höhe. In den Weißen Bergen ist die Oropedio Omalou (Omalos-Hochebene) in 1.000 Metern Höhe am Eingang der berühmten Samaria-Schlucht. Zwei andere sehenswerte Hochebenen sind das Oropedio Nida (Nida-Plateau) am Fuße des Psiloritis und die Oropedio Askifou (Askifou-Hochebene) in den Weißen Bergen. Die größte Tiefebene Kretas ist die Mesara mit 50km Länge und 7km Breite, auf der Südseite der Insel im Nomos Iraklion. Dank ihrer Lage im Süden und ihres fruchtbaren Bodens werden hier Gewächse gezogen, die sonst nirgendwo auf Kreta gedeihen.

  • Schluchten

    Den gleichen geologischen Kräften, die die Bergketten Kretas schufen, entstammen auch die eindrucksvollen Schluchten auf der ganzen Insel. Die bekannteste davon ist die Faragi Samarias (Samaria-Schlucht). Sie ist 16km lang und nicht nur die längste Schlucht Europas, sondern auch eine der großartigsten. Tausende von Touristen unternehmen jedes Jahr den 6 bis 7 Stunden langen Marsch. Weniger bekannte Schluchten sind die Faragi Imbrou (Imbros-Schlucht), die auf der Askifou-Hochebene beginnt und am Libyschen Meer neben Hora Sfakion endet. Die Kotsifou- und die Kourtaliotiko Faragi (Kourtaliotiko-Schlucht) liegen im Nomos Rethimnon fast direkt nebeneinander in der Umgegend von Plakias. Im Westen Kretas befindet sich noch die Faragi Agias Irinis (Agia Irini-Schlucht) und in Ostkreta das Kilada ton Nekron (Tal der Toten), das seinen Namen von den minoischen Gräbern hat, die hier entdeckt worden waren.

  • Höhlen

    Auf der ganzen Insel gibt es mehr als 2.000 Höhlen. Viele davon wurden schon in alten Zeiten, bis 3.000 v. Chr., benutzt. Die Spileo Eilithia (Eilithia-Höhle) war eine Kultstätte, der Göttin der Geburt, Eilithia, geweiht. Fundstücke von hier gehen bis ins Neolithikum zurück. Die Spileo Dikteon Andron (Dikteon-Höhle) auf der Lassithi-Hochebene ist, laut der Mythologie, die Geburtsstätte des Gottes Zeus und Heimat seiner Jugendjahre. Die Spileo Melidoniou (Melidoni-Höhle) war der Schauplatz eines tragischen Geschehens im Verlauf der Kämpfe um die Unabhängigkeit Kretas. Im Jahre 1824 hatten sich 300 Dorfbewohner vor den türkischen Truppen in die Höhle geflüchtet. Weil sie sich weigerten, herauszukommen, entzündeten die Türken vor der Höhle ein Feuer. Keiner der Dorfbewohner überlebte. Die Spileo Sendoni (Sendoni-Höhle) an dem antiken Ort Axos wird zu den schönsten Höhlen Kretas gerechnet. Die Spileo Agiou Ioanni (Agios Ioannis-Höhle) schließlich ist der Ort, wo der Heilige Ioannis der Eremit lebte und starb.

  • Bevölkerung

    Auf Kreta leben ungefähr 600.000 Menschen. Das entspricht einer Zahl von 80 Einwohnern pro Quadratkilometer. Davon leben allein im Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum Iraklion (Heraklion) fast 150 000 Einwohner. Von den insgesamt 600 000 Bewohnern der Insel leben nur noch 15 000 in den ländlichen Gebieten, da es wie überall in Griechenland die jungen Menschen in die touristischen und damit wirtschaftlichen Ballungszentren zieht.