Kreta Reise-Impressionen

Malia - der drittgrößte minoische Palast auf Kreta

Die Ausgrabungsstätte liegt ca. 2,5 km östlich des Ortes Malia in Richtung Agios Nikolaos. Der Ort Malia selbst ist mittlerweile ein Opfer des Tourismus geworden, aber die Ausgrabungen sind unbedingt sehenswert. Die schöne rötliche Färbung seiner steinernen Überreste verleiht dem Palast von Malia eine einmalige Schönheit. Nach der Überlieferung herrschte in diesem Palast Sarpedon, der 2. Bruder des Minos. Der Palast war das Herz einer großen Stadt, die sich bis zum Meer ausbreitete. Wenn man die Funde und die generelle Bauausführung des Palastes von Malia betrachtet, dann ist zu vermuten, dass Mália trotz seiner fast ähnlichen Größe im Vergleich zu Knossós, Festós und Zakrós weit bei weitem nicht so prächtig und reich ausgestattet war. Als Hinweis auf die eher nüchterne Ausstattung der Räume gilt auch, dass es offensichtlich keinerlei Fresken gab.

  • Agios Nikolaos auf Kreta

    Geschichte

    Die frühesten Funde der Ausgrabungsstätte nahe des Ortes Malia stammen aus der Vorpalastzeit um 2500 bis 2000 v. Chr. Um 2000 v. Chr. bestand hier schon eine weiträumige Siedlung, wie sie in ähnlicher Form in den Anlagen von Knossos und Festos zu finden waren.

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    Das Zentrum bildet der Palast, der wahrscheinlich eher ein kultisches Zentrum als Wohnstätte von Königen war. Er war von einigen Häusern umgeben und zwei Hafenanlagen schlossen sich an.

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    Einer Zerstörung des Palastes um 1700 v. Chr. folgte der Wiederaufbau, wobei der Grundriss ähnlich blieb. Fast alle aufgefundenen Reste entstammen dieser Periode. Die komplette Zerstörung des Neuen Palastes erfolgte um 1450 v. Chr. Man vermutet, dass dies durch kriegerische Auseinandersetzungen passierte. Einige der Funde zeugen von einer weiteren Nutzung des Siedlungsbereichs in späteren Jahrhunderten. Die französische Archäologenschule übernahm 1915 die Ausgrabungen. Die Grabungen, die von dieser „École Archéologique Française d’Athènes“ durchgeführt werden, bringen Jahr für Jahr neue Erkenntnisse über Malia und die damalige Kultur im Allgemeinen. Einige Bereiche sind heute durch Überdachungen geschützt, um die Ausgrabungen vor Regen und Wind zu schützen.

     

  • Besichtigung

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    In den Palast gelangt man durch den Westhof und ein gepflasterter Korridor führt auf den Mittelhof, einen fast 50 x 22 m großen Platz. in dem Westflügel befinden sich die wichtigsten Teile des Palastes, wozu auch die Loggia gehört. Der Palast hat eine verblüffend große Anzahl an Vorratsräumen und fast der gesamte Ostflügel besteht aus Magazinräumen mit großen Vorratskrügen. Die königlichen Privatgemächer waren im Nordwesten untergebracht. Es lohnt sich zu Beginn oder Abschluss des Rundgangs ein Besuch des kleinen Museums, das mittels Plänen, Modellen und interessanten Rekonstruktionen einen guten Überblick über die Ausgrabungen von Malia gibt.

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Hinweise und Tipps

Wenn man an einem sonnigen Nachmittag die Ausgrabungsstätte von Malia besucht kann man herrliche Aufnahmen des roten Steins machen, da die Farben der Nachmittagssonne die Steine zum Leuchten bringen.